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3500 Nutzer von Tauschbörse angezeigt

Kategorie: Dies und Das
06/06/06

Als “größten Schlag gegen die Musikpiraterie in Deutschland”, bezeichnet die Kölner Staatsanwaltschaft eine Aktion gegen die Nutzer der Tauschbörse eDonkey. Nach monatelangen Ermittlungen waren die Namen von 3500 Nutzern bekannt. Darunter waren recht wenig Jugendliche, aber viele junge Erwachsene.

Server beobachtet
Die Tauschbörse eDonkey funktioniert soexterner Linkexterner Link, dass einzelne Internetnutzer Dateien anbieten, die von anderen heruntergeladen werden können. Die Daten liegen also nicht auf einem zentralen Server. Trotzdem gibt es wichtige Server, die für die Verbindung der eDonkey-Nutzer sorgen. So ein Server stand im Rhein-Erft-Kreis und wurde von den Ermittlern mit einer eigens entwickelten Software zwei Monate lang beobachtet. Denn wenn Urheberrechte verletzt werden, ist der Tausch von Musikdateien verboten.

Bislang größtes Verfahren
Beim Beobachten des Servers wurden viele IP-Adressen gesammelt. Welche Personen dahinter stecken, konnte mit der Hilfe von Providern herausgefunden werden. So bekamen die Ermittler die Namen von 3500 Personen heraus, gegen die jetzt ein Verfahren eingeleitet wurde. Außerdem wurden die Wohnungen von 130 Personen durchsucht, die mehr als 500 Dateien angeboten hatten. Während der Beobachtungszeit wurden bis zu 8000 Dateien von einzelnen Nutzern angeboten.

Die Piraten und ihre Strafen
Bei den Durchsuchungen, die über ganz Deutschland verteilt zur gleichen Zeit stattfanden, wurden auch viele Computer beschlagnahmt. Nach Angaben des ermittelnden Staatsanwalts Jürgen Krautkremer waren überraschenderweise wenig Jugendliche beteiligt, sondern vor allen Dingen junge Erwachsene. Nach dem derzeit geltenden deutschen Urheberrecht können Nutzer einer Tauschbörse für bis zu drei Jahren ins Gefängnis wandern. In der Regel müssen sie jedoch “nur” Schadensersatz an die Musikindustrie zahlen. Nach Angaben des Musikverbands IFPI waren das in der Vergangenheit im Schnitt rund 3.000 Euro und in der Spitze bis zu 15.000 Euro.

Die Piratenjäger
Die Aktion gegen die eDonkey-Nutzer wurde von der Staatsanwaltschaft Köln und der Kreispolizeibehörde Rhein-Erft-Kreis organisiert. Die Ermittlungen erfolgten in Zusammenarbeit mit der deutschen Landesgruppe der IFPI, welche die Interessen von mehr als 450 Firmen der deutschen Musikindustrie vertritt. Die IFPI geht schon lange gegen Raubkopien vor, um das Geschäft mit Musik-CDs zu retten. Außerdem hofft der IFPI-Vorsitzende John Kennedy, dass die Musikbranche bis 2010 ein Viertel ihres Umsatzes online macht: “Aber um das möglich zu machen, ist es notwendig, dass wir illegales Downloading bekämpfen und zu legalen Alternativen ermutigen”.

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