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Kostenfallen

Wie werde ich mein Klingelton-Abo wieder los? Was tun bei Lockanrufen? Lohnt sich eine Flatrate fürs Handy? Wie reklamiere ich meine Handyrechnung? Kann ich aus Verträgen aussteigen? Leider hat jeder fünfte Jugendliche inzwischen Schulden - und jeder zehnte kann sie nicht mehr zurückzahlen. Handy und Internet sind dabei die Ursache für einen erheblichen Teil der Schulden. Es ist also wichtig, Kostenfallen zu erkennen, bevor sie zuschnappen und wenn man in eine hineingetappt ist, möglichst schnell wieder herauszukommen. Beim Herauskommen ist es sinnvoll, sich Hilfe bei Erwachsenen oder Freunden zu holen, denn so kann man auf deren Erfahrungen zurückgreifen. Es gibt auch Profis bei den Verbraucher- und Schuldnerberatungen, die einen unterstützen können. Manchmal hilft aber nur noch ein Anwalt. Eins ist klar: Wer in einer Kostenfalle sitzt, muss unverzüglich handeln!


Den besten Überlick zum Thema Kostenfallen im Internet und beim Handy bietet die Broschüre “Handy und Internet - Tipps gegen Kostenfallen”, die vom Verbraucherministerium Rheinland-Pfalz angeboten wird und an der auch der handysektor mitgearbeitet hat. Die Broschüre steht hier als PDF-Version zum Download zur Verfügung.

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  • Lockanruf / Ping-Anruf Der Lockanruf ist eine betrügerische Methode, um Geld mit ahnungslosen oder leichtsinnigen Telefonkunden zu verdienen. Beim Lockanruf werden massenhaft Telefonnummern angerufen. Aber schon nach dem ersten Klingeln werden die Anrufe vom Anrufer wieder unterbrochen. Die Angerufenen sehen in ihrem Telefon dann eine Nachricht, dass ein Anruf eingegangen ist. Manche Leute rufen dann die Nummer zurück, von der der Anruf kam. Und an diesem Rückruf verdienen die Betrüger. Denn für den Lockanruf wird eine Nummer eines Mehrwertdienstes genutzt. Häufig ist das eine Nummer die mit 0137 beginnt. Der Rückruf auf diese Nummer kann den Telefonkunden ein bis zwei Euro pro Minute kosten. Und wer nicht merkt, dass hier etwas nicht stimmt und nicht schnell auflegt, wird sogar noch mehr bezahlen. Lockanrufe werden auch Ping-Anrufe genannt. Wer einen solchen Anruf erhält, kann dies schriftlich bei der Bundesnetzagentur meldenexterner Linkexterner Link. Dabei sollte man darauf hinweisen, dass man in keiner Geschäftsbeziehung zum Absender steht und diesem auch keine Zustimmung zur Verwendung seiner Telefonnummer erteilt hat.

  • Gläubiger Ein Gläubiger hat einen Anspruch auf Geld von dir. Wenn du zum Beispiel bei einem Versandhaus eine offene Rechnung hast, dann ist das Versandhaus dein Gläubiger. Ein Gläubiger kann auch eine Bank sein, bei welcher du einen Kredit zurückzahlen musst. 

  • Geschäftsfähiges Alter Mit 18 Jahren ist man offiziell im “geschäftsfähigen Alter” und dadurch auch “voll geschäftsfähig”. Dann können auch Verträge im größeren Umfang abgeschlossen werden. So kannst du zum Beispiel erst mit 18 Jahren ein eigenes Handy mit festem Vertrag haben. Das bedeutet allerdings auch, dass man voll verantwortlich ist für mögliche Schulden, die man aufnimmt.

  • Jugendtarif Einige Netzbetreiber haben spezielle Angebote für Jugendliche im Programm. Diese Jugendtarife werden an einen festen Handy-Vertrag der Eltern angedockt. Die Eltern können dann eine feste Summe für einen Monat auf das Konto laden (z.B. 10, 25 oder 50 Euro). Außerdem sind bei den Jugendtarifen einige teure Nummern gesperrt (z.B. 0190, 0900, 0137).

  • Mindestumsatz Manche Handytarife haben einen Mindestumsatz. Das ist dann eine feste Summe, die jeden Monat mindestens für Telefonate, SMS und andere Dienste ausgegeben werden muss. Liegt der Mindestumsatz zum Beispiel bei 20 Euro, dann muss man diese Summe monatlich auf jeden Fall bezahlen. Auch wenn man gar nicht so viel vertelefoniert hat. 

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  • Minutentaktung (60/1) Die Taktung ist für die Abrechnung eines Telefongesprächs wichtig. Denn die Kosten richten sich ja danach, wie lange ein Gespräch dauert. Hier gibt es verschiedenen Möglichkeiten, das zu zählen. Man kann einfach die Sekunden eines Gesprächs zählen und genau diese Sekunden abrechnen. Das nennt man dann Sekundentakt und das ist immer die günstigste Lösung für den Nutzer. Denn hier wird nur die tatsächliche Zeit berechnet. Bei der Minutentaktung wird auf jeden Fall eine ganze Gesprächsminute abgerechnet, auch wenn das Gespräch zum Beispiel nur 12 Sekunden dauert. Nach der ersten Minute wird dann auch sekundengenau gezählt. Dann gibt es auch noch Zwischenlösungen, bei denen im 10-Sekunden-Takt abgerechnet wird.

  • Premium-SMS Mit Premium-SMS sind Dienste gemeint, die über eine SMS bestellt und abgerechnet werden. Die Nummern für eine Premium-SMS sind fünfstellig und reichen von 11111 bis 99999. Neben der Nummer muss meist noch ein bestimmtes Kennwort verschickt werden. Bezahlt wird die Premium-SMS über die Handy-Rechnung oder indem das Geld für die SMS direkt vom Guthaben der PrePaid-Karte abgezogen wird. Premium-SMS-Dienste werden zum Beispiel bei der Bestellung von Handylogos und Klingeltönen oder bei Chats und Flirtlines eingesetzt.

  • Prepaid Übersetzt man das Wort “Prepaid” aus dem Englischen bedeutet es soviel wie “vorher bezahlt”. Und mit diesem Prinzip funktionieren Prepaid-Karten für das Handy. Man zahlt ein bestimmtes Guthaben ein und kann dieses dann abtelefonieren. Es fallen keine Grundgebühren dafür an, dass man das Handy überhaupt benutzen kann, sondern nur die Kosten für Gespräche, SMS und andere Dienste. Das Gegenteil von Prepaid-Karten sind Handys mit Vertrag. Dann zahlt man eine monatliche Grundgebühr - hat dafür aber meistens günstigere Tarife. Allerdings dürfen erst ab 18 Jahren Handy-Verträge abgeschlossen werden.

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  • Subventioniertes Handy Wer ein neues Handy kaufen will, kann dies auf verschiedene Arten tun. Dabei sind die Preise sehr unterschiedlich. Denn ein Handy, das im Laden zum Beispiel 200 Euro kostet, kann ein Geschäft weiter für 1 Euro im Schaufenster stehen. Bei dem Angebot für 1 Euro steckt aber sicher noch etwas dahinter. Denn es kann sein, dass man einen Zweijahresvertrag abschließen muss, um das günstige Handy kaufen zu können. Das Handy ist also so günstig, weil der Mobilfunkanbieter ein Interesse daran hat, dass möglichst viele Kunden bei ihm einen Vertrag abschließen. Er beteiligt sich also an den Kosten für das Handy, weil er neue Kunden haben möchte. Und weil mit einer Subvention eine finanzielle Unterstützung gemeint ist, spricht man hier von einem subventionierten Handy.

  • Taktung Die Taktung ist wichtig für die Abrechnung von Telefongesprächen. Deshalb gehört die Taktung genauso zu einem Tarif, wie die eigentliche Gebühr für eine Gesprächsminute. Die Taktung gibt die Zählweise vor, wie die Dauer eines Telefonats berechnet wird. Sehr verbreitet ist zum Beispiel die Taktung 60/1. Beide Zahlen stehen für Sekunden. Sie geben die Zeitabschnitte an, in den ein Gespräch berechnet wird. Die 60 zu Beginn bedeutet, dass die ersten 60 Sekunden eines Gesprächs immer voll berechnet werden. Auch wenn das Gespräch viel kürzer ist. Nach dieser ersten Minute geht es bei der Taktung 60/1 in Sekundenschritten weiter. Dann werden also die exakten Gesprächssekunden gezählt. Es gibt weitere Taktungen, bei denen zunächst eine volle Minute berechnet wird. Solche Minutentaktungen sind zum Beispiel 60/60, 60/30 und 60/10. Die zweite Zahl gibt jeweils an, wie es nach einer Minute weitergeht. Am günstigsten für den Kunden ist immer eine sekundengenaue Abrechnung im Takt 1/1. Dann muss nur für die wirkliche Dauer eines Gesprächs gezahlt werden. 

  • Taschengeldparagraph In diesem Gesetz steht geschrieben, dass auch Jugendliche unter 18 Jahren Verträge abschließen können. Allerdings ist man bis 18 nur “beschränkt geschäftsfähig”. Die Kosten für einen Vertrag dürfen sich allerdings nur in der Höhe des Taschengeldes bewegen. Außerdem wird beim Taschengeldparagraph davon ausgegangen, dass Eltern oder andere Erziehungsberechtigte dem Vertrag zustimmen. Bei einem Vertrag muss man übrigens nicht unbedingt etwas unterschreiben. Auch das Bestellen eines Klingeltons per SMS ist ein Vertrag. 

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  • Terminierungsentgelte Wenn du ein Handy oder auch einen Festnetzanschluss hast, dann zahlst du alle Telefongebühren an den einen Anbieter, dessen Netz du nutzt oder von dem der Anschluss ist. Die Telefongesellschaften zahlen sich untereinander allerdings auch Gebühren. Ein Teil deiner Telefongebühren kann so bei verschiedenen Unternehmen landen. Das passiert immer dann, wenn du ein Gespräch in ein anderes Netz führst. Ein Beispiel: Du hast einen Festnetzanschluss von einem kleinen Anbieter aus deiner Stadt. Von dort rufst du einen Freund an, der ein Handy im Netz von E-Plus nutzt. Das Gespräch kostet in unserem Beispiel 19 Cent pro Minute, die du an den Festnetzanbieter zahlen musst. Davon gehen allerdings 12,4 Cent an E-Plus für die Durchstellung des Gesprächs aufs Handy (Stand: April 2006). Diese Gebühren nennt man Terminierungsentgelte. Diese Entgelte werden von allen Telefongesellschaften genommen, wenn jemand in ihrem Netz angerufen wird. Die Vermittlung von Gesprächen ins Festnetz ist jedoch erheblich günstiger, sie liegt bei etwa einem Cent pro Minute. Die Abrechnung der Gesprächszeiten unter den Anbietern erfolgt übrigens in der sekundengenauen Taktung 1/1. Da die Terminierungsentgelte in Deutschland relativ hoch sind, fordert die Bundesnetzagentur langfristig eine Senkung.


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Mehr Infos:

  • Was mache ich mit meinen Schulden? Die Internetseite www.meine-schulden.deexterner Linkexterner Link wird vom Bundesfamilienmisniterium betrieben und bietet Musterbriefe, Infos, Adressen von Schuldnerberatungsstellen, ein Schulden-Lexikon für Fachchinesisch und alles, was man sonst noch zum Thema Schulden wissen muss.
  • Broschüre “Internet und Handy - Tipps gegen Kostenfallen”. Ob Dialer, Phishing, Lockanrufe oder ungewollte Abos - es gibt viele Kostenfallen. In der Broschüre des Verbraucherministeriums Rheinland-Pfalz werden jeweils die zehn häufigsten Kostenfallen bei Handy und Internet beschrieben.
  • Infos zum Handy und zu Kostenfallenexterner Linkexterner Link. Die Seite checked4you.de wird angeboten von der Verbraucherzentrale NRW.
  • checked4you.de hat sich die verschiedenen Arten von Flatrates fürs Handyexterner Linkexterner Link einmal genauer angesehn.
  • Ich bin im Internet abgezockt worden - was kann ich tun? Die Initiative “klicksafe” und die Verbraucherzentrale NRW haben die richtigen Antworten darauf in einem kostenlosen PDFexterner Linkexterner Link zusammengestellt.
  • Wer mit der Telefonrechnung nicht einverstanden ist, sollte diese umgehend beanstanden und dabei folgende Punkteexterner Linkexterner Link der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beachten
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Tipp der Woche


Antworte nicht auf SMS, die dich beleidigen wollen. Das ermutigt den Absender nur, damit weiter zu machen. Zunehmend werden Jugendliche auch auf elektronischen Wegen von anderen Jugendlichen beleidigt, drangsaliert oder in Angst und Schrecken versetzt. Das nennt man E-Bullying oder Cyberbullying. Dann ist man nicht mal mehr zuhause sicher vor üblen Beleidigungen. Man kann aber einiges tun, um sich zu schützen.

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