Gewalt
Seit ein paar Jahren können Handys genutzt werden, um neben Fotos auch Videos zu speichern und zu betrachten. Die Leistungsfähigkeit, der Speicherplatz und auch die Displays der Handys werden ständig weiterentwickelt, sodass Videos in immer besserer Qualität abgespielt werden können. Durch verschiedene kostenlose Schnittstellen in den Mobiltelefonen (z.B. Bluetooth, Speicherkarte, Datenkabel) wird es auch immer leichter, Videos von Handy zu Handy weiterzugeben oder von einem Computer aus zu übertragen. Auf diese Weise landen Filme aus dem Internet schnell auf dem Handy und machen von da aus die Runde.
Neben den vielen harmlosen Filmen, die auf diese Weise getauscht werden, sorgen Videos mit jugendgefährdenden Inhalten immer wieder für Schlagzeilen. Seit dem Jahr 2005 häufen sich die Berichte in der Presse, dass vor allem an Schulen Gewaltvideos oder Pornos auf Handys entdeckt wurden, die von den Schülern über Bluetooth getauscht wurden. Mögliche Inhalte dieser Videos sind reale Aufnahmen von Enthauptungen, Tötungen (Snuff), Folter oder Vergewaltigungen. Die Filme stammen teilweise aus Kriegsgebieten und werden über das Internet verbreitet. Mitunter machen auch Ausschnitte aus fiktiven Filmen als “echte” Gewaltszenen die Runde. Auch Videos mit harter Pornografie werden zunehmend über das Handy verbreitet.
Es besteht die Gefahr, dass der Konsum von solchen Videos Jugendliche verstört, seelisch verletzt, ängstigt oder gar traumatisiert. Dabei müssen Videos nicht zwingend den Weg auf das eigene Handy finden, sondern können auch auf dem Handy eines Mitschülers angeschaut werden.
Den meisten Jugendlichen ist auch nicht klar, dass sie sich strafbar machen, wenn sie grausame Gewaltdarstellungen oder Pornografie an Minderjährige weitergeben. Hier kommen vor allem § 131 Abs. 1 StGB (Gewaltdarstellung) und § 184 Abs. 1 StGB (Verbreitung pornografischer Schriften) zum Tragen. Mehr Infos zum rechtlichen Hintergrund gibt es in der Broschüre Gewalt auf Handys. Im Flyer “Respekt und Würde” wird das Thema Gewalt auch behandelt.
- Happy Slapping
Happy Slapping könnte man mit “fröhliches Zuschlagen” übersetzen. Der Begriff hat sich für grundlose Prügeleien und gewalttätige Übergriffe eingebürgert, die mit dem Handy gefilmt und dann ins Internet gestellt oder von Handy zu Handy getauscht werden. Es ist dabei schon in mehreren Ländern zu Todesfällen gekommen. In Deutschland ist Happy Slapping laut der JIM-Studie 2007
externer Link ein zunehmendes Thema. Die rechtliche Einordnung von Happy Slapping kann man hier nachlesen.
- Snuff
In Snuff-Filmen werden reale Gewalttaten und Morde festgehalten. Der Begriff kommt aus dem Englischen: “to snuff out” heißt “jemanden umbringen”. Snuff-Filme werden häufig im Internet getauscht. Auch auf Handys wurden solche Filme überspielt. Die Verbreitung dieser Filme ist gesetzlich verboten und wird streng bestraft.
- Trauma
Ein traumatisches Ereignis ist eine sehr extreme Lebenserfahrung, die einen Menschen völlig überfordert und aus der Bahn wirft. So ein Ereignis ist das Erleben oder Beobachten einer Situation, die mit dem Tod oder der Androhung einer schweren Verletzung des Körpers zu tun hat. Das können zum Beispiel Vergewaltigungen, Missbrauch, Foltererfahrungen oder Naturkatastrophen sein, die bei einem Menschen große Angst, Hilflosigkeit und Entsetzen auslösen. Von einem Trauma spricht man dann, wenn Menschen auf solche Situationen mit großem Stress reagieren und das Bild von sich selbst und der Welt erschüttert ist. Das kann zu psychischen Störungen und Krankheiten führen, bei denen man Hilfe braucht. Erste Ansprechpartner findet man beim Kinder- und Jugendtelefon oder bei anderen Beratungsstellen für Jugendliche.
- Jugendstrafrecht Das Jugendstrafrecht gilt für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die eine Straftat begangen haben. In Ausnahmen werden auch Heranwachsende zwischen 18 und 20 Jahren nach dem Jugendstrafrecht behandelt. Hier geht man davon aus, dass Jugendliche noch in der Entwicklung sind und ihre Persönlichkeit und ihr Verständnis von Recht und Unrecht noch ausbilden. Deshalb steht bei der Bestrafung die Erziehung der Jugendlichen im Vordergrund. Nur in Ausnahmen soll für Jugendliche eine Jugendstrafe in einer Haftanstalt verhängt werden.
Beitrag drucken
weiterempfehlen
E-Mail an Redaktion
nach oben
Flyer als PDF Downloads:
Mehr Infos:
- Alles zum Thema Porno vom handysektor
- Tipps bei Gewalt und Porno auf dem Handy
- Gewalt und Porno auf dem Handy - was nun?
- Die Informative Broschüre Gewalt auf Handys mit vielen rechtlichen Hintergründen und konkreten Verhaltenstipps.
- VISIONARY: Europäisches Projekt zum Thema “Gewalt, Mobbing und Bullying in der Schule”. Deutsche Internetseite: www.gewalt-in-der-schule.info
externer Link - Die Alfred-Teves-Schule in Gifhorn hat viele Materialien
externer Link zum Thema “saubere Handys” erstellt und gesammelt. (Seite nicht mehr vorhanden / 21.04.2010)
Beitrag drucken
weiterempfehlen
E-Mail an Redaktion
nach oben
Der handysektor hat viel zum Thema Gewalt geschrieben:
- Auch Filmen kann eine Straftat sein
- Hohe Strafe für Partyvideos
- Gewalt an Schulen?
- Wann ist das Wann ist das Weiterleiten von Gewaltfilmen strafbar?
- Was bedeutet eigentlich jugendgefährdend genau?
- Killerspiele im Bundestag
- Jugendgewalt und Handy
- Gewaltvideos auf dem Handy
Beitrag drucken
weiterempfehlen
E-Mail an Redaktion
nach oben
Erweiterte Suche:
Bestellmöglichkeit
Bei uns können die gedruckten Flyer "Opfer, Schlampe, Hurensohn. Gegen Mobbing", "Handy, Kongo, Müllalarm. Für die Umwelt mobil", "DAS NETZ VERGISST NICHTS!", "VOLL PORNO", "FERTIGMACHEN ist TABU", "Respekt und Würde" und "Tipps to go" kostenlos bestellt werden.
Tipp der Woche
Antworte nicht auf SMS, die dich beleidigen wollen. Das ermutigt den Absender nur, damit weiter zu machen. Zunehmend werden Jugendliche auch auf elektronischen Wegen von anderen Jugendlichen beleidigt, drangsaliert oder in Angst und Schrecken versetzt. Das nennt man E-Bullying oder Cyberbullying. Dann ist man nicht mal mehr zuhause sicher vor üblen Beleidigungen. Man kann aber einiges tun, um sich zu schützen.
Top Downloads
- Flyer "Opfer, Schlampe, Hurensohn. Gegen Mobbing"
- Flyer "Handy, Kongo, Müllalarm. Für die Umwelt mobil"
- Flyer "DAS NETZ VERGISST NICHTS!"
- Flyer "VOLL PORNO"
- Flyer "FERTIGMACHEN ist TABU"
- Flyer "... und redest selber von Respekt und Würde"
- Broschüre "Gewalt auf Handys"
- Flyer "Tipps to go"
- Broschüre "Handy und Internet - Tipps gegen Kostenfallen"
